Suffizient wohnen
47,1m² Wohnfläche haben wir in Deutschland pro Kopf durchschnittlich zur Verfügung. Gleichzeitig erleben wir eine Wohnraumknappheit, denn der Wohnraum ist nicht gleichmäßig verteilt. Schaut man sich Wohnbiografien an, stellt man fest, dass nicht nur Eigentümer*innen mehr Wohnraum haben als Mieter*innen, sondern vor allem mit dem Lebensalter der Wohnraum pro Kopf ansteigt - demographisch also mit einem weiteren Anstieg der Wohnfläche pro Kopf zu rechnen ist. Aus ökologischer Sicht ist das problematisch, denn der Bau und Betrieb von Gebäuden verbraucht große Mengen an Rohstoffen und Energie.Enorme Potentiale liegen in den bundesweit 16,1 Mio. Ein- und Zweifamilienhäusern. Ein Großteil von ihnen wird nur noch von 1-2 Personen bewohnt, meist Ältere in der Nachfamilienphase, von denen sich wiederum viele andere Wohnmöglichkeiten wünschen: in Gemeinschaft, mit weniger Aufwand für die Instandhaltung, barrierefrei. Der Bestand ist aber angesichts der Eigentümer*innenstruktur und der baulichen Vielfalt planerisch und architektonisch nicht leicht zu erschließen. Begleitend zum laufenden Forschungsprojekt zu Nachverdichtung im Gebäudebestand untersuchen wir in einer Serie von Lehrveranstaltungen in enger Zusammenarbeit mit den Eigentümer*innen, wie die Transformation von Einfamilienhäusern aussehen und organisiert werden kann.In Göttingen entsteht dazu derzeit eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der städtischen Wohnraumagentur.
